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Was ist ein Beamtenkredit?

Posted by Geld-Luxx | Posted in Kredite und Darlehen | Posted on 15-09-2011

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Immer wieder ist die Rede vom Beamtenkredit oder dem sogenannten Beamtendarlehen. Doch was verbirgt sich eigentlich wirklich dahinter? Ist dieser Beamtenkredit wirklich so günstig und lohnt sich eine Inanspruchnahme dieser Finanzierungsform?

Beamtenkredit nur für Beamte?

Mit diesem Mythos muss an dieser Stelle gleich mal aufgeräumt werden, denn ganz richtig ist die Bezeichnung Beamtenkredit eigentlich nicht. Vielmehr richtet sich diese Finanzierungsform nicht nur an Beamte, sondern vielmehr allgemein Angestellte und Arbeiter im öffentlichen Dienst, sowie an Akademiker (im öffentlichen Dienst) und Pensionäre (wohlgemerkt keine Rentner!).

Welche Voraussetzungen für einen Beamtenkredit?

Wenn man einen der Beamtenkredite in Anspruch nehmen möchte, so muss man nicht nur einem der oben genannten Berufsstände angehören, vielmehr muss man seit mindestens 5 Jahren im öffentlichen Dienst beschäftigt sein. Auch die Bonität ist natürlich entscheidend, negative Schufaeinträge beispielsweise sorgen für eine umgehende Ablehnung des Darlehens. Ferner sollte man das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Wie funktioniert ein Beamtenkredit eigentlich?

Der Beamtenkredit ist eine Mischung aus Rahmenkredit mit Endfälligkeit und angeschlossener Lebensversicherung. Vereinfacht ausgedrückt schließt man eine Kapitallebensversicherung ab, welche so konzipiert ist, dass sie zum Ablauf der Darlehenslaufzeit das gesamte Darlehen abdeckt. Meist wird noch eine überschüssige Gewinnbeteiligung erzielt, die an den Darlehensnehmer nach vollständiger Tilgung des Kredites ausbezahlt wird. Ob und in welcher Höhe Überschüsse erzielt werden kann jedoch immer nur geschätzt werden. Von den in den Angeboten deklarierten Beträgen sollte man nicht ausgehen, da hier der „beste“ Fall bezeichnet wird.
Im Grunde wird also ein Rahmenkredit ausbezahlt, für welchen über die gesamte Laufzeit Zinsen zu erbringen sind. Zusätzlich wird monatlich in die Kapitallebensversicherung einbezahlt, welche am Ende das Darlehen ablösen soll.

Welche Laufzeiten gibt es bei dem Beamtenkredit?

Der Beamtenkredit wird meist über eine Laufzeit von 12 bis 20 Jahren abgeschlossen. Je länger die Laufzeit, desto geringer die monatliche Belastung für die Lebensversicherung. Für die Höhe der monatlichen Zinsbelastungen ist die Laufzeit unerheblich, da die Zinsbelastungen ja vom (gleichbleibenden) Gesamtdarlehen errechnet werden.

Ist das Beamtendarlehen wirklich so günstig?

Angesichts der langen Laufzeit ist zumindest die monatliche Belastung geringer als bei einem vergleichbaren Ratenkredit. Ratenkredite werden meist mit einer Laufzeit von bis zu 84 Monaten (bei manchen Banken bis zu 120 Monaten) vergeben, in dieser Zeit muss der Gesamtbetrag vollständig getilgt werden. Aufgrund der Laufzeit von bis zu 240 Monaten ist also die Monatsbelastung beim Beamtenkredit günstiger.

Ist der Beamtenkredit billig?

Die Frage nach dem billigen Kredit ist eigentlich falsch gestellt, kommt dennoch immer wieder zur Sprache. Die günstigere monatliche Belastung wurde ja eben schon erwähnt. Aber billig ist ein Beamtenkredit in keinem Fall. Denn bei dieser Form der Finanzierung wird das Darlehen nicht direkt getilgt sondern erst am Ende der gesamten Laufzeit. Somit errechnen sich die Zinsbelastungen immer vom Gesamtbetrag. Hierzu aber am besten mal ein Rechenbeispiel, entnommen von einem der Anbieter, gleichwohl jedoch um das wesentliche ergänzt:

Kreditbetrag: 30.000 Euro
Laufzeit: 12 Jahre
Sollzins: 5,69 %
Effektivzins: 7,45 %

Monatliche Belastung:
Beitrag für Lebensversicherung 222,89 Euro (12 Jahre lang!)
Kreditzinsen pro Monat 142,25 Euro (12 Jahre lang!)

Somit ergibt sich eine gesamte Zinsbelastung zum Zeitpunkt der Tilgung in Höhe von 20.848,00 Euro, ein enormer Betrag! Dies ist alleine dadurch begründet, dass man über die gesamte Laufzeit keine Tilgung leistet, die Zinsbelastung also anders ist wie beim Ratenkredit (wo zwar Rate gleichbleibend ist, sich aber das Verhältnis zwischen Zins- und Tilgungsanteil verschiebt). Günstig trifft es hier also auf keinen Fall, lediglich die geringere monatliche Belastung spricht für den Abschluss einer solchen Finanzierung.

Gibt es Risiken beim Beamtenkredit?

Im Grunde gibt es hier keine nennenswerten Risiken, zumindest wenn man dem Großteil der Fachleute Glauben schenkt. Das Darlehen ist durch die Lebensversicherung abgedeckt, wird also im Falle des vorzeitigen Todes hieraus getilgt. Manche Anbieter raten noch zum Abschluss einer Dienstunfähigkeitsversicherung. Der öffentliche Dienst garantiert zwar ein hohes Maß an Sicherheit vor Arbeitslosigkeit, gegen Krankheit ist man jedoch auch hier nicht geschützt.
Einziges Risiko könnte die Lebensversicherung an sich sein. Eine Kapitallebensversicherung könnte rein theoretisch am Ende der Laufzeit weniger wert sein, als das Darlehen zur Tilgung benötigt. In diesem Falle müsste man sich nicht nur von der Gewinnbeteiligung verabschieden, sondern selbst auch noch die Differenz tilgen.

Fazit?

Ein Beamtenkredit kann durchaus eine Alternative sein, wenn man im öffentlichen Dienst beschäftigt ist und den Fokus auf eine niedrige monatliche Belastung setzt. Wirklich „billig“ ist diese Finanzierungsform jedoch in keinem Fall.

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